Social Media: Beruf und Privates erfolgreich trennen

Soziale Netzwerke, allen voran Facebook, erfreuen sich großer Beliebtheit. Wir befreunden uns mit Freunden, Nachbarn, Bekannten – aber auch mit den Kollegen, dem Chef oder mit Kontakten aus der Branche. Und plötzlich: eine neue Freundschaftsanfrage. Der Vorstand. Ups. Was macht man jetzt?

Das Wort „Freund“ hat insbesondere bei Facebook eine Bedeutung angenommen, die mit dem Ursprung des Wortes nichts mehr gemein hat. Ein Facebook-Freund ist gemeinhin mit einem Kontakt gleichzusetzen – man kennt sich, man grüßt sich. Darüber lässt sich vortrefflich streiten, diskutieren, argumentieren. Und dennoch: Niemand braucht mir erzählen, dass er 468 Freunde hat, die der Real-Life-Bedeutung entsprechen. Nein. Er hat 468 Leute, die er kennt. Irgendwie. Oder auch manchmal nicht.

Zwei paar Schuhe: Der Kollegen-Freund und der Freund-Freund

Zurück zum Vorstands-Freund und den Kollegen-Freunden: Hier beginnt nämlich unser eigentliches Problem. Beruf und Freizeit sind zwei Paar Schuhe. Dies gilt genauso für die sozialen Medien. Es gibt Dinge, die ich veröffentliche, die brauchen nicht alle Kollegen von mir wissen. Und es gibt vielleicht auch Dinge, die will ich nicht von allen Kollegen wissen. Ein Geben und Nehmen – oder auch ein „Nicht-geben“ und „Nicht-nehmen“.

Abends will ich abschalten

Genauso möchte ich vielleicht, wenn ich abends auf dem Sofa durch meinen Newsfeed scrolle, nichts sehen, was mit der Arbeit zu tun hat. Ich möchte abschalten und meine Ruhe haben. Das wird aber sehr schwierig mit all meinen beruflichen Kontakten, Gruppen und Seiten, die ich verfolge.

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Und doch: Es ist machbar, Berufliches und Privates zu trennen. Gerade auf Facebook gibt es dafür einige gute Möglichkeiten. Die erfordern aber unter Umständen zunächst einmal etwas Arbeit.

Das Zauberwort: Freundeslisten

Freundeslisten sind eine tolle Funktion, die einem sowohl beim Veröffentlichen als auch beim Konsumieren von Inhalten helfen. Mein Tipp: Legen Sie Listen an! Facebook bietet ganz einfach die Möglichkeit, Freunde in „Enge Freunde“, „Freunde“ und „Bekannte“ zu unterteilen – zudem können Sie noch weitere Listen anlegen: „Arbeitskollegen“, „Vereinskollegen“, „Ehemalige Klassenkameraden“ – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Einmal Arbeit, danach geht das Social Media Leben einfacher von der Hand

Das Tolle daran: Sobald Sie einen Beitrag veröffentlichen, können Sie entscheiden, wer diesen sehen darf. Vielleicht ist es nur was für die engen Freunde – oder der Beitrag ist für alle Freunde, außer den Arbeitskollegen? Zudem können Sie durch einen Klick auf eine Liste nur die Beiträge sehen, die die Personen aus der Liste veröffentlicht haben – so können Sie abends einfach mal auf alles, was mit dem Beruf zu tun hat verzichten, indem Sie eine Liste mit Freunden anlegen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben.

Herrlich. Aber auch Arbeit. Je nachdem, wie viele Freunde Sie auf Facebook haben, kann es eine Weile dauern, diese zu kategorisieren. Ganz zu schweigen vom schlechten Gewissen, wenn man jemanden nur als Bekannten einstuft…

Und wer darf jetzt was von mir wissen?

Sind die Freundeslisten einmal angelegt, ist die Arbeit aber nicht vorbei: Jetzt können Sie mal Ihre Angaben im Profil durchgehen. Für jede einzelne Angabe können Sie einstellen, wer dies sehen darf. Vielleicht gibt es ja ein paar Dinge, die nicht jeder wissen muss. Klicken Sie sich mal durch Ihr Profil – Sie werden sehen, dass es bestimmt einige Angaben gibt, die Sie einschränken werden.

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So regle ich die Freundeslisten

Ich persönlich habe mich einmal eine Stunde hingesetzt und alle Freunde kategorisiert: in Facebooks Vorgaben (Enge Freunde, Freunde und Bekannte). Bei jedem neuen Kontakt weise ich ihn nun automatisch schon einer solchen Kategorie zu, so dass meine Listen immer recht sauber sind. Die Beiträge meiner engen Freunde erscheinen direkt auf meiner Startseite, die Beiträge von Bekannten erscheinen nur in der Liste – so ist auch mein Newsfeed nicht komplett von Belanglosigkeiten überfüllt. Ein positiver Nebeneffekt.

100 % wird schwierig, aber es kann etwas getan werden

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Wer also Privatleben und Berufsalltag im Social Web trennen möchte, sollte sich ganz klar Freundeslisten anlegen (übrigens: man kann auch Listen mit Seiten anlegen – das ist dann sinnvoll, wenn man alle Berufsseiten, denen man folgt, in eine Liste packen möchte). Diese sind schon aus Privatsphäre-Sicht ein sinnvolles Tool – und erleichtern es dann auch noch, Privates und Berufliches zu trennen. Ich kann aber auch sagen: Zu 100 % wird dies nicht funktionieren – so gibt es dann wiederum Arbeitskollegen, mit denen man gut befreundet ist. Oder man vergisst bei einem neuen Kontakt, diesen einzugruppieren – Disziplin ist hier auch gefragt.

Haben Sie noch weitere Möglichkeiten, um Beruf und Privates im Social Web zu trennen? Dann schreiben Sie diese gerne in die Kommentare 🙂

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