Mediation zur Konfliktbearbeitung

Wer kennt das nicht, Nachbarschaftsstreitigkeiten um einen Maschendrahtzaun, Lärm oder einen überstehenden Baum, Erbstreitigkeiten um einen eigentlich nicht ganz so wertvollen Gegenstand, oder Trennungen bei denen die Differenzen und Verletzungen über Umgangsrechte für die gemeinsamen Kinder ausgetragen werden.

Konflikte gehören zu unserem Alltag und sind völlig normal. Gehen wir mit Konflikten „normal“ um, in dem wir sie ansprechen und klären ist das meist kein großes Problem. Problematisch wird es, wenn sich „volle Rabattmarkenhefte“ ansammeln, die dann plötzlich und vielleicht auch noch unerwartet zur Auszahlung kommen.

Diskussion

Mediatoren als Kontfliktvermittler

Konfliktlagen nicht zu ignorieren, sondern diese zu öffnen und in Konflikten zu vermitteln ist die Aufgabe eines Mediators/einer Mediatiorin.

Ungelöste Konflikte hinterlassen immer ein schlechtes Gefühl, das dann häufig verdrängt wird. Sie schränken uns ein, lassen uns ähnliche Situationen und Begegnungen vermeiden und lasten oft noch nach Jahren auf unserer Seele. Wer schon einmal erlebt hat, wie befreiend es ist, eine solch belastende Situation aufzulösen, hat erfahren, was Mediation kann.

Alle Bedürfnisse sollen erfüllt werden

Im Unterschied zu Gerichtsverhandlungen oder bei Schlichtungen, sind die Konfliktparteien beteiligte des Verfahrens. Es wird nicht über sie, sondern mit Ihnen gesprochen. Der Mediator moderiert, aber die Medianten bestimmen den Ausgang des Verfahrens. Nur wenn die Bedürfnisse aller am Konflikt beteiligten Partein erfüllt sind, wird das Verfahren beendet und die Ergebnisse umgesetzt.

Bei Gericht gibt es ein Urteil, das vielleicht einen zufrieden stellt, vielleicht aber auch für keinen eine gute Lösung darstellt. Bei Schlichtungen bestimmt der Schlichter den Ausgang des Verfahrens.

Mediatoren sind allparteilich, sorgen für einen geschützten Rahmen. Vertraulichkeit und Freiwilligkeit sind ebenfalls fester Bestandteil des Vertrages. Sie sorgen dafür, dass jede Partei fair und respektvoll behandelt wird und miteinander umgeht. Dort wo es erforderlich ist, sorgen sie dafür, dass Anwälte und Steuerberater rechtzeitig eingeschaltet werden. Die Kommunikationsregeln (Ich-Botschaften) werden festgelegt und überwacht. Die Autonomie jedes Beteiligten wird anerkannt und respektiert, gleichzeitig wird in jedem Menschen das Potential gesehen zur Lösung seiner eigenen Konflikte beizutragen.

Gespräch

Kostenträger wird vorab geklärt

Wer die Kosten trägt wird zu Beginn der Mediation geklärt und ist mit Sicherheit kostengünstiger als ein langer gerichtlicher Streit. Es wird nach Zeitstunden abgerechnet und in der Regel werden die Kosten geteilt.

Mediation wird eingesetzt wenn:

  • das Erbe die Familien entzweit
  • bei Nachbarschaftsstreitigkeiten und im Gemeinwesen
  • bei Trennungen und Scheidungen Eltern bleiben
  • im Sport

und wird zwischenzeitlich auch bei Versicherungen eingesetzt, um lange Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Die Bezeichnung Mediator ist noch nicht geschützt. Es gibt zwei Verbände; den Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e.B. (BMWA) und den Bundesverband Mediation (BM), deren Mitglieder können auf eine profunde Ausbildung verweisen und sind bestimmten Richtlinien und Standards verpflichtet.

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