Auf in neue Welten: Wird Virtual Reality unser Leben verändern?

Facebook, Samsung, Sony – die digitale Branche treibt den nächsten großen Trend voran: Virtual Reality. Zu deutsch: virtuelle Realität. Wie das Ganze funktioniert? Man setzt sich eine – zugegebenermaßen recht klobige – Brille auf und blickt dann in eine andere „Welt“, durch die man gehen kann und die man mit einem 360-Grad-Rundumblick bestaunen kann.

Wer eine solche Brille schon einmal ausprobiert hat, wird mir zustimmen, dass das schon interessant ist und insbesondere beim ersten Mal für ziemliches Staunen sorgt. Aktuell mit Sicherheit eine nette Spielerei für die nächste Betriebsfeier oder den nächsten Kindergeburtstag mit einer virtuellen Achterbahnfahrt. Denn bereits für kleines Geld kann man in die virtuelle Realität einsteigen – man braucht dafür nur ein Smartphone, die passende App und ein Gehäuse, in das das Smartphone eingesetzt wird. Relativ überschaubar also; wenn man davon ausgeht, dass ein Smartphone bereits vorhanden ist, ist man für den Rest mit 20 Euro dabei.

Woman in VR headset looking up and trying to touch objects in virtual reality. VR is a computer technology that simulates a physical presence and allows the user to interact with environment.

Aktuell eine Spielerei – bald mehr?

Aber wie ich bereits oben beschrieben habe: aktuell eine nette Spielerei. Facebook & Co. wollen es aber nicht dabei belassen und die Virtual-Reality-Brillen (kurz übrigens VR) zum Massenprodukt machen. Erst jüngst verschickte Facebook die ersten seiner neuen Oculus Rift-Brillen, die natürlich gegenüber dem oben beschriebenen Billigmodell qualitativ um einiges besser sind und ohne Smartphone auskommen. Das erste Ziel dabei: die Spielebranche aufmischen! Mit einigen interessanten Spielen wollen die VR-Pioniere noch 2016 weitere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Oculus-Rift-5

Facebooks VR-Brille Oculus Rift. Die Brillen sind aktuell noch sehr voluminös.

Möbel virtuell in die Wohnung stellen

Die nächsten Schritte sind aber klar: Geht es nach den Vorreitern, soll Virtual Reality in alle Lebensbereiche einziehen. Vorstellbar sind viele Szenarien; ich bin mir sicher, dass es bei einigen Einsatzgebieten nicht mehr lange dauern wird. In der Wirtschaft könnte sich insbesondere bei Online-Shops ein großer Markt dafür entwickeln. Wer würde sich nicht vor der Bestellung das neue Auto mal in „echt“ anschauen oder die potenziellen neuen Möbel direkt in der eigenen Wohnung platzieren? Alles noch weit weg? Von wegen! Mit Ikea kann man bereits seine neue Küche in der virtuellen Realität darstellen!

pr_kitchen_vr

Bereits heute kann die neue Küche bei IKEA per Virtual Reality begutachtet werden. (Quelle: IKEA)

Das Traumhaus per VR-Brille besichtigen

Und wir Banken? Könnten die Banken in Zukunft etwas mit der virtuellen Realität anfangen? Zunächst einmal schwer vorstellbar – es gibt aber bereits jetzt Bereiche bei uns, die damit super arbeiten könnten. So wurde bereits vergangenes Jahr auf der Messe unseres IT-Dienstleister Fiducia & GAD IT AG ein Immobilien-Rundgang per VR-Brille getestet. Statt nervigen Terminabsprachen und möglicherweise langen Anfahrtswegen einfach daheim die VR-Brille aufsetzen und das potenzielle Traumhaus begutachten – ein Komfort, den sicherlich einige in Anspruch nehmen würden.

Hausmesse VR

Auch unsere Mitarbeiter haben schon eine virtuelle Achterbahnfahrt hinter sich: Auf unserer Hausmesse im Frühjahr lag eine Virtual Reality Brille zum Ausprobieren bereit.

Schon von zu Hause das Hotelbett testen

Auch für unser Reisebüro – und allgemein die Reisebranche – könnten sich riesige Möglichkeiten ergeben: Hotel-Rundgang, Strandbesichtigung, alles Faktoren, die bei der Reisebuchung mit eine Rolle spielen.

Aber: Wie immer ist nicht alles Gold, was glänzt! Genauso wie Fotos oder Bewertungen auf Reisebuchungs-Seiten können auch diese virtuellen Welten aufpoliert werden. Es geht doch nichts über das reale Erleben und das tatsächliche Ansehen in der realen Realität. Egal, ob Reiseziel oder Immobilie. Gerade bei der Reisebuchung stellt sich zudem die Frage: Wenn ich alles schon im Voraus haargenau erkunden kann, verliert das dann nicht auch seinen Reiz? Vermutlich ticken hierbei die Menschen aber sehr unterschiedlich – Sicherheit gewinnt dann oft vor der Neugier.

Was noch fehlt ist das Feeling

Die virtuelle Realität ist imposant und zeigt auf, welche technischen Möglichkeiten wir heute haben. Brille auf – und wir sehen eine andere Welt. Kopfhörer dazu – und wir hören dann auch noch den passenden Klang dazu. Aber fühlen und riechen wir die neue Welt auch? Nein, eher nicht. Real wird etwas aber doch erst mit genau diesen Eindrücken. Kann man also wirklich von einer Realität sprechen? Diese Frage lasse ich gerne mal offen.

Die richtige Antwort dafür gibt übrigens der Europa Park! Denn dort wird die Realität seit kurzem wirklich real. Im Alpen-Express gibt es seit neuestem den sog. VR-Ride – einsteigen, Brille auf und los geht’s! Gefühle, Gerüche, Fahrtwind inklusive.

Mein Fazit: Es wird noch einiges kommen, man darf gespannt sein

Virtual Reality wird weiterhin ein großer Trend sein, dessen kann man sich fast sicher sein. Die Spielebranche wird dadurch auf jeden Fall aufgemischt, in anderen Branchen bleibt der Durchbruch abzuwarten. Auch stellt sich die Frage: Wird diese Brille in Zukunft weiterhin so unhandlich sein? Oder schaffen es die Technik-Unternehmen, dass diese vielleicht sogar zum coolen Lifestyle-Produkt wird? Alles ist möglich. Bis dahin bleiben wir aber in der realen Realität.

Leave A Comment

*