Aus Freude am Sparen – so sparen die Deutschen

In zinslosen Zeiten fehlt der Anreiz, Geld zurückzulegen, und die Konsumlaune steigt. Stimmt das? Ist Sparen nur noch was für Spießer? Diese und andere Fragen waren Ausgangspunkt einer Befragung von mehr als 8000 Bundesbürgern.

Das Ergebnis: Die Deutschen sparen trotz der niedrigen Zinsen weiter auf hohem Niveau. Neun von zehn Befragten halten es weder für altmodisch noch für spießig. Das Sparschwein als Auslaufmodell zu bezeichnen, davon kann keine Rede sein.

Weiterhin wird fleißig gespart

Dabei zeigt sich, dass die Sparquote von 10,6 % des verfügbaren Haushaltseinkommens auch über verschiedene Altersgruppen hinweg konstant geblieben ist. Das Thema Sparen ist positiv besetzt. Für 73 % der Befragten bedeuten finanzielle Rücklagen, jetzt und künftig handlungsfähig zu sein, womit auch ein Zugewinn an persönlicher Freiheit verbunden ist.

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Sparen steigert den Wohlfühlfaktor

Nicht zu sparen bereitet vielen ein ungutes Gefühl in anderen Worten: Wer spart, dessen Wohlfühlfaktor steigt, auch wenn es nur rein rational um das Halten oder Steigern des Lebensstandards geht.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Freude am Sparen mit der Art und Weise der Anlage zusammenhängt. Moderne Sparer, die Wertpapiere und Fonds besitzen, kommen auf einen Sparlaune-Index von 64 auf einer Skala von 0 bis 100. Die traditionellen Sparer, die nur auf Klassiker wie Tagesgeld und Sparbuch setzen, liegen mit 59 Punkten dahinter zurück. Die Zahlen zeigen: Die Freude am Sparen steigt mit dem Besitz von chancenreicheren Anlageformen.

Nichtsparer unterschätzen ihre Möglichkeiten

 Der Anteil der Nichtsparer fällt mit 10,4 % überraschend gering aus. Von ihnen geben 51 % fehlende Mittel als Grund für ihre Untätigkeit an. Das zeigt, dass die andere Hälfte ihr Potential nicht nutzt. Jeder dritte Nichtsparer gibt niedrige Zinsen als Ursache für seine Sparverweigerung an. Sie glauben, dass es sich nicht mehr lohnt, sich mit ihrer Geldanlage auseinanderzusetzen.

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Sparen zwischen Liebesheirat, Zweckbeziehung und Rosenkrieg

Bei der Beziehung zum Sparen sind die Deutschen dreigeteilt. Auf die Frage, wie die Studienteilnehmer ihr Verhältnis zum Sparen beschreiben, stufte fast jeder Dritte sein Verhältnis als „Liebesheirat“ ein. 6 % als „Rosenkrieg“ und die große Mehrheit mit 64 % als nüchterne Zweckbeziehung. Dies zeigt, um zu sparen, muss man das Thema nicht lieben. Eine rationale Einstellung reicht dafür aus.

Schlaue sparen mehr

Ein wichtiger Faktor beim Sparen ist die Selbsteinschätzung des Wissens. Die Studie ergab, dass diejenigen, die sich selbst als Experten bezeichnen (85 %), regelmäßiger sparen. Unter den Ahnungslosen spart nur jeder Dritte regelmäßig. Aber um erfolgreich zu sparen, muss man nicht unbedingt Experte sein.

Beratung kann hier unterstützen. Sie steht insbesondere bei modernen Sparern hoch im Kurs: 72 % haben schon einmal eine Beratung zum Thema Sparen in Anspruch genommen.

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Ein Großteil der Befragten will sich nicht häufiger als unbedingt notwendig mit dem Thema auseinandersetzten. Zwei Drittel möchten die Angelegenheiten regeln und danach über einen längeren Zeitraum mit der Geldanlage nichts mehr zu tun haben.

Fazit: Sparen ist kein Auslaufmodell

Die Deutschen lassen sich von niedrigen Zinsen das Sparen nicht vermiesen. Sparen ist alles andere als ein Auslaufmodell. Wesentliche Motive dabei sind: das Bedürfnis nach mehr Sicherheit und ein größeres Maß finanzieller Freiheit.

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